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Wie funktioniert ein Flockungsmittel im Pool?

Flockungsmittel Funktion

Während der Poolsauger zur mechanischen Säuberung und die Zugabe von Chlor – und Algenmitteln zur Desinfektion nicht wegzudenken ist, gehört auch das Flockungsmittel zur Standardprozedur. Doch wie funktioniert so ein Flockungsmittel im Pool und worauf müssen Sie achten?

Das Flockungsmittel bindet kleinste Partikel und soll das Einfangen von nicht filterbaren Trüb Partikel wie beispielsweise Pollen oder Sonnencreme-Rückstände ermöglichen, die mit der alleinigen Anwendung von Chlor, Algenschutzmittel und feinen Filtern nicht vom Beckenwasser abgetrennt werden können.

Eine effektive Pool-Pflege mit dem Flockungsmittel spart nicht nur lästige Arbeit, sondern schont auch den Geldbeutel. In diesem Artikel wird alles Wissenswerte über Flockungsmittel, ihre Wirkungsweise und richtige Anwendung zusammengefasst.

Wirkungsweise vom Flockungsmittel im Pool

Die allgemeine Funktion des Flockungsmittels scheint ausschlaggebend für die Qualität des Poolwassers zu sein. Doch wie wirkt das Flockungsmittel im Pool und ist die Beigabe tatsächlich notwendig, wenn bereits chemische Reinigungsmittel verwendet werden?

Durch das Einsetzen eines Flockungsmittels werden die kleinen Trüb- und Schmutzpartikel gebunden und dementsprechend filterbar gemacht.

Die Kolloide, ergo Tröpfchen oder Partikel, die sich in der Größendimension im Nano- oder Mikrometer bewegen, stoßen sich aufgrund ihrer negativen Ladung ab und sind durch diesen physikalischen Zustand gleichermaßen selbst im scheinbar sauberem Wasser aufzufinden.

Durch die Beigabe vom positiv geladenem Flockungsmittel hebt sich die negative Ladung der kolloidalen Stoffe auf und die Partikel werden zu sichtbaren Makroflocken gebunden, die sich einfach herausfiltern lassen.

In diesem Video wird die Flockung sehr gut demonstriert:

Poly-Aluminiumhydroxid-Chloride (PAC) werden im gängigen Flockungsmittel verwendet und in fester (Tabletten/Kartuschen oder Granulate) wie auch in flüssiger Form von verschiedenen Herstellern angeboten.

Beide Formen, ob fest oder flüssig sind als Konzentrate zu verstehen, wobei man bei der Anwendung von festen Mitteln eventuell eine längere Auflösungszeit im Wasser in Kauf nehmen kann.

Tabletten können in einem Dosierschwimmer oder in eine Kartusche beigegeben werden. Der Dosierschwimmer setzt eine ebenmäßige Verteilung des Mittels frei, wobei hingegen eine Kartusche an der Leiter oder im Skimmer angebracht werden kann.

Flüssige Mittel können unmittelbar ins Wasser beigegeben werden. Bei laufender Pumpe wird das Flockungsmittel ebenmäßig im Wasser verteilt und das Schwimmbecken ist nach knapp 5 bis 8 Stunden wieder benutzbar.

Die Wahl obliegt hierbei der persönlichen Präferenz, da alle Optionen das Konzentrat ausgeben.

Bei Granulaten hingegen muss beachtet werden, dass diese erst in einem Eimer voll Wasser aufgelöst werden und danach ins Becken beigegeben werden. Der direkte Kontakt mit dem Poolwasser ist abzuraten.

Damit das Flockungsmittel auch ordentlich funktionieren kann, müssen einige Dinge beachtet werden wie die Sicherstellung des pH-Wertes auf zwischen 7,0 und 7,4 und die Beigabe der richtigen Menge des Mittels, die je nach Hersteller und Wasserzustand abweichen kann.

Als Orientierungshilfe kann folgendes allgemeine Verhältnis in Betracht gezogen werden: ca. 200 ml Flockungsmittel je 10 Kubikmeter Schwimmbeckenwasser.

In unserem Fachartikel zeigen wir wie Sie ein Flockungsmittel anwenden sollten und welche Mittel zu empfehlen sind. Klicken Sie dazu einfach auf den Link.

Um die Filterung best möglichst zu unterstützen und weitgehendst zu entlasten, sollte der Filter wie auch das Becken von sichtbaren Unreinheiten mit einem Kescher und Poolsauger idealerweise befreit worden sein.

Schalten Sie die Pumpe für einige Stunden ein, sobald das Mittel in das Poolwasser gegeben wurde, um die gleichmäßige Verteilung des Mittels und die Filtrierung mit der Sandfilteranlage zu ermöglichen.

Die gebundenen Partikel, die sich nach dem Abschalten der Pumpe bilden und nicht abgeschieden wurden, sinken zum Teil auf den Boden und werden anschließend mit einem Poolsauger aufgesaugt.

Hierbei empfiehlt sich während der Flockung das Beobachten des Druckverhaltens des Filtermediums am Manometer, um falls vonnöten die Rückspülung zu starten.

Ursachen warum ein Flockungsmittel nicht funktioniert

Sofern die Bedingung es pH-Wertes zwischen 7,0 und 7,4 und auch die Dosierung stimmt (ca. 200ml je 10 Kubikmeter Poolwasser), können folgende Ursachen die Flockung im Pool hindern:

  1. Unverträglichkeit des Flockungsmittels und der Filteranlage: Die Größe der gebunden Partikel muss im Bereich des Filterung Grades der Polymerfaser Filter oder Kartuschen übereinstimmen.
  2. Verschiedene Hersteller: Von der Vermischung von Flockungsmittel verschiedener Hersteller, wenn auch in gleicher Form, wird abgeraten da die Formulierungen und Konzentrationen variieren können.
  3. Benötigte Zeit wird nicht eingehalten: Für die Säuberung-Prozedur müssen 5 bis 8 Stunden Wartezeit in Kauf genommen und Misch- und Reaktionszeit gewährleistet werden. Eine zu schnelle Filtration führt zur Reaktion im falschen Säuberungsprozess, nämlich nach der Filtration. Die gebunden Partikel verbleiben im Becken als Rückstände und Trüben dementsprechend das Wasser. Eine Wiederholung mit dem Flockungsmittel wäre hierbei redundant, da die negativ geladenen Partikel mit dem positiv geladenem Flockungsmittel bereits entladen wurden.

Wofür ist das Flockungsmittel im Pool geeignet?

Da Kolloide, die im Nanometer Bereich zu verstehen sind mithilfe der Flockung entladen und gebunden werden, stellt sich die Frage, ob dieser Schritt im Säuberungsprozess nicht einfach durch genügend Chlor, Algenmittel und feiner Filtermaterialien umgangen werden kann, vor allem wenn man den Faktor Zeit berücksichtigt.

Flockungsmittel sind bei der Algenbekämpfung lediglich als unterstützende Komponente anzusehen, da die Formulierung des Algenschutzmittels einfach gezielter zur Beseitigung greift.

Hingegen ist das Ersetzen des Flockungsmittels durch Chlor und Vitamin C unzureichend, da die Bindungskraft beider Mittel nicht den Größenbereich der Kolloide umfassen kann. Diese Partikel sind schlichtweg zu klein, wie auch in folgender Tabelle dargestellt wird.

PartikelGrößePoolreinigung
Sand, Haare, Schuppen100 µm – 5 mmSedimentation, Filtration
Staub, Poren, Pollen0,5 – 100 µmFiltration mit und ohne Flockung
Speichel, Schleim, Fette0,01 – 1 µmFlockung + Filtration
Harnstoff, Schweiß, Eisenbis 0,01 µmAktivkohlefiltration, Oxidation

Beachtet man unter anderem die Bedingungen des pH-Wertes (7,0 bis 7,4), der allgemeinen Wartezeit von 6 bis 8 Stunden, das allgemeine Verhältnis von Mittel zu Wasser von 150 bis 200 ml pro 10 m³ Poolwasser, sowie die Kompatibilität des Mittels mit dem Filtermedium, können Sie kristallklares Poolwasser mit der höchsten Wasserqualität genießen und somit die Pool-Hygiene sicherstellen.

Das Einsetzen des Flockungsmittels ist demzufolge ein grundlegender Schritt im Säuberungsprozess, da diese nicht nur die feinsten Partikel binden, sondern zusätzlich unterstützend gegen Schmutz und Trübung wirken.

Ist das Flockungsmittel für den Menschen im Pool giftig und schädlich?

Jeglicher Kontakt von chemischen Reinigungsmitteln stellt im Übermaße und nicht ordnungsgemäßer Handhabung eine Gefahr für den Menschen dar – knapp gesagt: Die Dosis macht das Gift.

Beachten Sie hierbei aber die empfohlene Menge des Flockungsmittels im Pool vor allem die allgemeine Wartezeit von ca. 3 bis 8 Stunden bis man wieder im Pool baden darf. Die Zeitabstände können je nach Produkt/Hersteller variieren und es wird geraten die beigefügten Produktinformationen zu beachten, damit das Mittel in vollen Zügen gefiltert werden kann.

Vermeiden Sie jegliche Inhalation oder einen direkten Kontakt mit dem Flockungsmittel.

Des Weiteren sollte bei der Verwendung von Tabletten bedacht werden, dass die stetige Ausgabe des Mittels durch die Ausgabemedien (Kartusche, Dosierschwimmer) bei der täglichen Nutzung des Beckens nicht unbedingt eine vorteilhafte Option ist, sofern diese im direkten Kontakt mit dem Poolwasser platziert sind.

Die bessere Variante ist immer das Flockungsmittel in den Skimmer zu geben um eine Überdosierung und mögliche gesundheitliche Schäden für den Menschen zu vermeiden.

Wie oft muss das Flockungsmittel im Pool angewendet werden?

Der Zeitabstand für den Einsatz eines Flockungsmittel ist je nach Hersteller und Saison abhängig.

Bei der täglichen Benutzung des Pools empfiehlt sich gleichermaßen die tägliche Reinigung um die höchstmögliche Wasserqualität genießen zu können. Jedoch gibt es auch Flockungsmittel die eine Anwendung einmal wöchentlich zur Genüge sind.

Alternativ kann das Flockungsmittel über Nacht reagieren, um die Sandfilteranlage zu schonen und das Flockungsmittel besser wirken zu lassen.

Die Flockung im Pool kann in Extremfällen bis zu fünfmal wiederholt werden.

Wie oft die Prozedur durchgeführt werden soll, können Sie anhand des Wasser-Zustandes nach jedem Durchlauf, abhängig machen.

Kann man ein Flockungsmittel bei der Anwendung überdosieren?

Das Flockungsmittel kann leicht überdosiert werden und zu gesundheitlichen Schäden führen. Aus diesem Grund wird geraten sich an der empfohlenen Menge des Herstellers bzw. am allgemeinen Verhältnis von 150/200 ml pro 10 m³ Poolwasser zu halten.

Der Säuberungsprozess mit dem Flockungsmittel kann, wenn nötig bis zu 5x wiederholt werden, somit wird die Verschwendung des chemischen Mittels vorgebeugt und potenzielle gesundheitliche Risiken von Rückständen weitgehend minimiert.

Die Wiederholung der Flockung unterstützt zusätzlich das Filtermedium mit der Reinigung zwischen jedem Prozess und ermöglicht die bessere Kontrolle während der Säuberung.

Wie schnell wirkt ein Flockungsmittel im Pool?

Generell beträgt die Wartezeit ca. 5 Stunden, zusätzlich muss aber sowohl die Mischzeit mit dem Poolwasser, sowie die Filtergeschwindigkeit berücksichtigt werden.

Demnach sind 6 bis 8 Stunden Ruhezeit bis zum nächsten Badespaß ein guter Richtwert.

Alternativ kann das Flockungsmittel auch über Nacht mit dem Beckenwasser reagieren und die Partikel mit genügend Zeit binden. Zudem wird auch die Sandfilteranlage entlastet.

Dennoch sollte die Geschwindigkeit der Filteranlage anhand des Drucks kontrolliert werden, um die Effektivität des Mittels – nämlich kristallklares, hygienisches Wasser – auch tatsächlich gewährleisten zu können, da bei der umsichtigen, ungeduldigen Handhabung sich die Trübung als lästiges Dorn im Auge bemerkbar machen wird.

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